Wissenschaftliche Integrität und die Einhaltung der Grundsätze der „Guten Wissenschaftlichen Praxis“ (GWP) bilden das Fundament der exzellenten Forschung an der acib GmbH. Da acib als Brücke zwischen akademischer Grundlagenforschung und industrieller Anwendung agiert, bekennen wir uns uneingeschränkt zu den nationalen Standards der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) sowie den supranationalen Vorgaben des European Code of Conduct for Research Integrity (ALLEA).
Diese europäische Einbettung ist für acib essenziell, um die Konformität mit den Anforderungen von Horizon Europe sicherzustellen und als verlässlicher Partner in internationalen Forschungskonsortien der industriellen Biotechnologie sowie der Chemie- und Pharmabranche zu agieren.

Die fünf europäischen Grundpfeiler der Forschungsintegrität

In Übereinstimmung mit maßgeblichen globalen Standards – insbesondere dem Singapore Statement on Research Integrity, dem Montreal Statement on Research Integrity in Cross-Boundary Research Collaborations sowie den OECD-Leitlinien zur wissenschaftlichen Integrität – basiert die Forschung bei acib auf fünf Arbeitsschwerpunkten:

  • Zuverlässigkeit (Reliability): Gewährleistung der Qualität der Forschung, die sich in der Planung, der Methodik, der Analyse und der Nutzung der Ressourcen widerspiegelt. Wir setzen auf methodische Strenge (Rigour), um Verzerrungen (Bias) von vornherein zu minimieren.
  • Redlichkeit (Honesty): Ehrlichkeit bei der Entwicklung, Durchführung, Überprüfung und Berichterstattung der Forschung sowie bei der Kommunikation mit anderen. Dies schließt die Offenlegung potenzieller Befangenheiten mit ein.
  • Respekt (Respect): Wertschätzender Umgang mit Kolleg*innen, Teilnehmenden, Tierschutzobjekten, der Gesellschaft, dem kulturellen Erbe und der Umwelt.
    Rechenschaftspflicht (Accountability): Übernahme der Verantwortung für die Forschung von der Idee bis zur Veröffentlichung, für deren Management und Organisation sowie für die Ausbildung und Betreuung.
  • Objektivität (Objectivity): Unparteilichkeit bei der Entwicklung, Durchführung und Überprüfung von Forschung sowie bei der Interpretation von Daten, um Verzerrungen und Interessenkonflikte auszuschließen, die die wissenschaftliche Urteilskraft trüben könnten.
Diese Grundpfeiler bilden den ethischen Kompass, an dem wir jede wissenschaftliche Tätigkeit bei acib ausrichten. Sie stellen sicher, dass unsere Forschungsergebnisse nicht nur den höchsten akademischen Standards genügen, sondern auch eine verlässliche Basis für die industrielle Weiterverarbeitung und wirtschaftliche Innovation bieten. Integrität ist für uns kein bloßes Regelwerk, sondern eine gelebte Haltung, die unsere Exzellenz und Glaubwürdigkeit als weltweit führendes Zentrum der industriellen Biotechnologie untermauert.

Datenintegrität, Elektronische Aufzeichnungen und IT-Schutz

In Anlehnung an internationale Industriestandards der Pharma- und Chemiebranche verfolgt acib bei der Datenerhebung und -archivierung den ALCOA+ Standard. Dies stellt sicher, dass Daten auch ohne formale GLP/GMP-Pflicht eine Qualität aufweisen, die industriellen Audits standhält:
  • Attributable (Zurechenbar): Jede Dateneingabe muss eindeutig einer Person und einem Zeitpunkt zugeordnet werden können.
  • Legible (Lesbar): Daten müssen dauerhaft lesbar und nachvollziehbar dokumentiert sein.
  • Contemporaneous (Zeitnah): Beobachtungen sind zum Zeitpunkt der Entstehung zu protokollieren.
  • Original (Original): Die Primäraufzeichnung (Rohdaten) muss erhalten bleiben; Änderungen sind als solche zu kennzeichnen (Audit Trail).
  • Accurate (Genau): Daten müssen die tatsächliche Beobachtung präzise und fehlerfrei widerspiegeln.
  • Plus (+): Daten müssen zudem vollständig, konsistent, dauerhaft und jederzeit verfügbar sein.
Manipulationen an digitalen Originaldateien, die über eine bloße Verdeutlichung hinausgehen, sind strikt untersagt. Um den Anforderungen einer modernen Forschungsumgebung gerecht zu werden, setzt acib konsequent auf elektronische Aufzeichnungen innerhalb der Microsoft-Umgebung (insbesondere Microsoft OneNote) sowie spezialisierter Datensysteme. Zur Absicherung dieser digitalen Assets implementieren wir:
  • Information Protection & Labelling: Durch systemweites Labelling werden Dokumente und Daten klassifiziert und verschlüsselt, um die Vertraulichkeit und Integrität über den gesamten Lebenszyklus sicherzustellen
  • Data Loss Prevention (DLP): Spezifische Regeln verhindern den unkontrollierten Abfluss sensibler Forschungsdaten

GLP-Anforderungen und Zulassungssicherheit

Obwohl acib primär im vorwettbewerblichen Bereich tätig ist, erkennen wir die Notwendigkeit höchster Dokumentationsstandards für die spätere industrielle Verwertung und Zulassungssicherheit (Regulatory Compliance) an.
Für Projekte, die eine streng revisionssichere Dokumentation gemäß GLP-nahen (Good Laboratory Practice) Standards erfordern, setzen wir bei Bedarf auf das System eLabJournal. Diese Lösung garantiert:

  • Vollständige Audit-Trails: Jede Änderung wird lückenlos protokolliert.
  • Elektronische Signaturen: Validierung von Daten und Freigaben nach industriellen Standards.
  • Zulassungssicherheit: Die Struktur der Datenhaltung ermöglicht eine nahtlose Übergabe an Partner der Pharma- und Chemieindustrie für deren regulatorische Prozesse.

Umgang mit biologischen Ressourcen und das Nagoya-Protokoll

Als Zentrum für industrielle Biotechnologie achtet acib strikt auf die ethische und rechtliche Integrität beim Einsatz biologischer Ressourcen:
  • Access and Benefit Sharing (ABS): acib bekennt sich zu den Prinzipien des Nagoya-Protokolls. Wir stellen sicher, dass der Zugang zu genetischen Ressourcen und traditionellem Wissen rechtmäßig erfolgt und die Vorteile aus deren Nutzung fair geteilt werden.
  • Nachweisbarkeit: Für alle im Rahmen von Forschungsprojekten genutzten Ressourcen werden die notwendigen Nachweise, wie das Internationally Recognized Certificate of Compliance (IRCC), geführt, um die Integrität der gesamten Wertschöpfungskette zu garantieren.

Transparenz, Open Science und Vermeidung von selektivem Reporting

Um der Reproduzierbarkeitskrise in den Lebenswissenschaften entgegenzuwirken, setzt acib auf erhöhte Transparenz:
  • Open Science: Wir unterstützen den Grundsatz „so offen wie möglich, so geschützt wie nötig“. Dies fördert den wissenschaftlichen Fortschritt durch freien Zugang zu Erkenntnissen (Open Access) und Daten (Open Data), sofern keine überwiegenden industriellen Geheimhaltungsinteressen entgegenstehen.
  • Preregistration: Wo methodisch sinnvoll, fördern wir die Vorab-Registrierung von Forschungsdesigns und Hypothesen, um selektives Reporting oder das Verschweigen von negativen Ergebnissen (Publication Bias) zu verhindern.
  • Berichterstattung negativer Ergebnisse: acib ermutigt Forschende ausdrücklich zur Publikation von Null-Resultaten oder negativen Ergebnissen, da diese für den industriellen Fortschritt und die Vermeidung von Fehlinvestitionen essenziell sind.

Vermeidung von wissenschaftlichem Fehlverhalten

Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn im wissenschaftlichen Zusammenhang bewusst oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder deren Forschungstätigkeit beeinträchtigt wird. acib duldet keinerlei Form von:
  • Erfindung von Daten (Fabrication): Die Darstellung fiktiver Ergebnisse.
  • Fälschung von Daten (Falsification): Die Manipulation von Forschungsmaterialien, Geräten oder Prozessen sowie das Verschweigen unerwünschter Ergebnisse.
  • Plagiat: Die unrechtmäßige Aneignung von Gedanken, Texten oder Ergebnissen Dritter ohne entsprechende Kennzeichnung.
  • Unlautere Autorschaft: Die Nennung von Personen als Autor*innen, die keinen substanziellen wissenschaftlichen Beitrag geleistet haben (Ehrenautorschaft), oder das Verschweigen rechtmäßiger Mitwirkender. Führungspositionen allein rechtfertigen keine Autorschaft.
  • Sabotage der Forschungstätigkeit: Die mutwillige Beschädigung von Experimenten, Geräten, Unterlagen oder Daten anderer Forscher*innen.

Autorschaft, Publikationswesen und KI-Einsatz

Publikationen und wissenschaftliche Beiträge bilden das Fundament für die Reputation der Forschenden sowie des gesamten Zentrums. Damit untrennbar verbunden ist der Schutz des geistigen Eigentums, der in der anwendungsorientierten Forschung des acib eine strategische Schlüsselrolle einnimmt. Als Empfänger öffentlicher Fördermittel verstehen wir Publikationen zudem als wesentlichen Rückfluss an die Gesellschaft. Sie sind der „Preis“ für die öffentliche Unterstützung, durch den wir generiertes Wissen allgemein zugänglich machen und so den Innovationsstandort nachhaltig stärken.
In diesem Kontext hält acib fest, dass sich das Zentrum zur Absicherung dieser Ziele die erforderlichen Werknutzungsrechte an allen wissenschaftlichen Werken seiner Dienstnehmer*innen gesichert hat. Dies gewährleistet eine lückenlose Verwertungsmöglichkeit im Sinne der Kooperationsverträge und schützt die Handlungsfähigkeit des Zentrums gegenüber Industriepartnern und Verlagen.

Über die rein fachliche Exzellenz hinaus tragen wir eine hohe soziale und gesellschaftliche Verantwortung: Wissenschaftliche Veröffentlichungen müssen ethischen Ansprüchen genügen, zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen und die Integrität der Wissenschaft gegenüber der Öffentlichkeit wahren.

Das Publikationswesen am acib balanciert daher die individuelle akademische Anerkennung, den notwendigen Schutz wirtschaftlicher Verwertbarkeit und die moralische Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl. Als Unterzeichner der San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) bekennt sich acib zudem zu einer qualitätsgetriebenen Forschungsevaluation. Bei internen Bewertungen, Einstellungen und Beförderungen beurteilen wir primär den originären wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Gehalt einer Arbeit sowie ihren gesellschaftlichen oder industriellen Impact. Quantitative journal-basierte Metriken wie der Journal Impact Factor dienen nicht als Ersatz für die qualitative Bewertung von Forschungsleistungen.
  • Kriterien für Autorschaft: Autor*in ist nur, wer einen wesentlichen Beitrag zur Konzeption, Datenerhebung oder Abfassung geleistet hat. Alle Autor*innen tragen die volle Mitverantwortung für den Inhalt der Publikation.
  • Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI): Die Nutzung von generativer KI oder Large Language Models (LLMs) im Schreibprozess oder bei der Datenanalyse muss transparent gemacht werden. KI-Systeme können keine Autorschaft beanspruchen. Forschende tragen die alleinige Verantwortung für die Richtigkeit der durch KI generierten Inhalte und müssen sicherstellen, dass keine Urheberrechte verletzt werden. Weitere Details und unsere spezifischen Leitlinien finden Sie unter www.acib.at/de/ki.
  • Finanzierungs- und Abhängigkeitstransparenz: Jede Publikation muss eine klare Offenlegung sämtlicher Finanzierungsquellen (Funding Sources) enthalten. Dies dient der Vermeidung von versteckten Interessenkonflikten und stellt sicher, dass die Herkunft öffentlicher wie privater Mittel jederzeit nachvollziehbar ist.
  • Acknowledgements und Schlusserklärungen: Aus Compliance- und Transparenzgründen verpflichtet sich acib zur expliziten Nennung aller beteiligten Partner (sowohl akademisch als auch industriell) sowie der Fördergeber (z. B. FFG, EU, Länder) in den Danksagungen oder Schlusserklärungen. Dies dokumentiert die kooperative Leistung und ist eine zwingende Voraussetzung zur Erfüllung vertraglicher Berichtspflichten.
Die strikte Einhaltung dieser Standards schützt nicht nur die individuelle Integrität der Forschenden, sondern sichert auch die Belastbarkeit der gesamten Wertschöpfungskette des acib. Transparenz über Abhängigkeiten und die faire Nennung aller Beteiligten sind dabei kein Selbstzweck, sondern die notwendige Basis für die Glaubwürdigkeit und den dauerhaften Erfolg unserer industriellen und akademischen Kooperationen.
acib versteht sich in enger Verschränkung mit seinen wissenschaftlichen Partnern als industrie- und anwendungsnahe Ausbildungsstätte für die nächste Generation von Spitzenforscher*innen. Da unser Fokus auf der Translation und der industriellen Verwertung liegt – und nicht auf der reinen Grundlagenforschung –, bereiten wir Forschende gezielt auf die Anforderungen in der realen Welt der angewandten Wissenschaft vor
  • Vorbildfunktion: Erfahrene Wissenschaftler*innen und Projektleiter*innen sind für die Vermittlung der GWP-Regeln sowie für eine angemessene Betreuung des Nachwuchses verantwortlich.
  • Prävention von Machtmissbrauch: Wir fördern ein Umfeld des gegenseitigen Respekts. Abhängigkeitsverhältnisse dürfen niemals dazu führen, dass wissenschaftliche Standards zugunsten persönlicher Interessen der Vorgesetzten aufgeweicht werden. acib schützt den wissenschaftlichen Nachwuchs durch klare Mentoring-Strukturen.
  • Leistungskultur (DORA-konform): Wir fördern ein Arbeitsklima, das Qualität vor Quantität stellt und vielfältige wissenschaftliche Outputs (inkl. Datensätze, Patente und Software) gleichermaßen anerkennt. Leistungsdruck darf niemals als Rechtfertigung für die Vernachlässigung wissenschaftlicher Sorgfalt dienen.
acib bekennt sich zudem ausdrücklich zur Förderung von sogenannten Mosaikkarrieren. Wir unterstützen und ermöglichen Laufbahnmodelle, die durch Flexibilität und den bewussten Wechsel zwischen verschiedenen institutionellen Sektoren (Akademia, Industrie, Unternehmertum) geprägt sind. Unsere Kooperationen erstrecken sich dabei weit über klassische Dienstverhältnisse (DV) hinaus und umfassen vielfältige, projektübergreifende Formen der Zusammenarbeit. Damit halten wir den Wissensfluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft lebendig und stärken individuelle Karrierewege nachhaltig über starre institutionelle Grenzen hinweg.

Umgang mit Vorwürfen und Ombudssystem

Um die Integrität zu schützen, hat acib klare Prozesse für den Umgang mit Verdachtsmomenten etabliert:
  • Vertraulichkeit und Schutz (Whistleblower-Schutz): Meldungen über potenzielles Fehlverhalten werden streng vertraulich behandelt. acib garantiert, dass Hinweisgebern, die in gutem Glauben handeln, keine beruflichen Nachteile entstehen. Ebenso werden Beschuldigte vor Vorverurteilung geschützt.
  • Ombudspersonen: In komplexen Fällen sichert acib durch die Zusammenarbeit mit der ÖAWI eine unabhängige Untersuchung durch externe Expert*innen zu.
  • Untersuchungsverfahren: Im Falle eines erhärteten Verdachts wird eine Untersuchungskommission eingesetzt, die den Sachverhalt nach den anerkannten Verfahrensregeln prüft.
  • Sanktionen: Nachgewiesenes Fehlverhalten führt je nach Schweregrad zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen, dem Entzug von Projektleitungsbefugnissen oder der Information von Fachzeitschriften und Fördergebern.

Als Kontaktadresse für Fragen der Forschungsintegrität sowie für Meldungen in kritischen Fällen steht Ihnen auch unsere Meldeadresse research-integrity@acib.at zur Verfügung.

Forschungssicherheit, IPR und industrielle Verantwortung

Die Übernahme von Verantwortung in der biotechnologischen Forschung bedeutet für acib eine aktive Gestaltung der Zukunft. Wir führen für unsere Forschungsvorhaben systematische Folgenabschätzungen und Wirkungsabschätzungen durch, die sich unter anderem an den nationalen Forschungszielen etwa des FTI-Paktes sowie den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientieren. Unser Steuerungsansatz ist dabei gleichermaßen risikobasiert (Identifikation und proaktive Minimierung potenzieller Gefahren für Mensch und Umwelt) wie auch intentbasiert (gezielte Ausrichtung der Forschungsstrategie auf einen messbaren positiven gesellschaftlichen und ökologischen Impact). Dieser duale Ansatz stellt sicher, dass unsere Innovationen nicht nur technisch exzellent, sondern auch ethisch fundiert und nachhaltig wirksam sind.
  • Dual-Use-Abwägung & Forschungssicherheit: Bei Projekten mit Potenzial zur missbräuchlichen Verwendung erfolgt eine regelmäßige Risiko-Nutzen-Bewertung im Sinne des Responsible Research and Innovation (RRI). Wir sensibilisieren unsere Teams für die Gefahren des unkontrollierten Technologietransfers.
  • Wissenschaftliche Unabhängigkeit & IP-Integrität: acib garantiert, dass Ergebnisse nicht aufgrund kommerzieller Erwartungen geschönt oder unterdrückt werden. Publikationsverzögerungen zum Schutz von geistigem Eigentum (IPR) sind zeitlich strikt zu limitieren und vertraglich vorab zu fixieren, um die akademische Freiheit zu wahren.
  • Strategische & Europäische Konformität: Wir verpflichten uns zur Einhaltung spezifischer Ethik-Screenings und nationaler Zielvorgaben. Dies umfasst die Implementierung eines Gender Equality Plans (GEP), Maßnahmen zur Inklusion sowie die Ausrichtung an den Zielen des österreichischen FTI-Paktes.
  • Nachhaltigkeit, Green Deal & wirtschaftliche Resilienz: acib richtet seine Forschung an den Zielen des European Green Deal aus und verknüpft diese systematisch mit dem öffentlichen Interesse (Public Interest) sowie der Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz (Economic Resilience). Wir evaluieren proaktiv den Beitrag unserer biotechnologischen Lösungen zur Ressourceneffizienz, zum Klimaschutz und zur Etablierung einer zirkulären Bioökonomie. Dabei verstehen wir Nachhaltigkeit nicht nur als ökologisches Gebot, sondern als strategischen Hebel, um die technologische Souveränität Europas zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industriepartner in einem volatilen globalen Umfeld krisenfest zu gestalten.
  • Wirtschafts- & Gesellschaftsethik: Wir reflektieren die sozioökonomischen Auswirkungen unserer Innovationen. Dies beinhaltet die Einhaltung wirtschaftsethischer Standards in globalen Wertschöpfungsketten sowie die Berücksichtigung gesellschaftsethischer Aspekte bei der Entwicklung neuer Technologien (z. B. Genetik, synthetische Biologie).

Venture-Integrität und Spin-off Compliance

acib versteht sich als proaktiver Inkubator und Enabler für unternehmerische Ambitionen in der industriellen Biotechnologie. Wir fördern Gründungen offensiv und begrüßen Spin-offs ausdrücklich als zukünftige strategische Partner im Netzwerk. In diesem Sinne öffnet sich acib auch für neuartige Venture-Modelle: Wir akzeptieren venture-finanzierte Projekte direkt innerhalb der Forschungsstruktur des Zentrums, mit dem Ziel, daraus marktfähige Gründungen hervorgehen zu lassen. Diese dynamischen Kooperationen operieren nach höchsten Standards der Integrität und nutzen spezifische Governance-Instrumente:
  • Breed-Förderung & Venture-Inkubation: acib hat mit der „Breed-Förderung“ ein Modell etabliert, das zeitlich noch vor klassischen Pre-Seed-Phasen ansetzt. Diese Form der venture-basierten Anschubfinanzierung ermöglicht es, visionäre wissenschaftliche Ansätze gezielt auf ihre unternehmerische Tragfähigkeit zu prüfen, bevor sie in formelle Venture-Strukturen überführt werden.
  • Gemeinsame Kontrolle & Kontrollrechte: Bei acib-basierten Venture-Projekten implementieren wir Mechanismen der gemeinsamen Kontrolle. Während der Fokus kompromisslos auf dem wissenschaftlichen Fortschritt liegt und administrative Bürokratie minimiert wird, sichert sich acib Kontroll- und Informationsrechte, die faktisch denen einer direkten Eigenkapitalbeteiligung entsprechen. Dies schützt die Interessen des Zentrums und der öffentlichen Fördergeber, ohne die Agilität des Gründerteams zu lähmen.
  • IP-Cleanliness: Wir stellen sicher, dass die Rechtekette (Chain of Title) für alle im Zentrum entwickelten Technologien lückenlos dokumentiert ist. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Finanzierbarkeit von Spin-offs durch professionelle Investoren.
  • Freedom to Operate (FTO): acib unterstützt Projekte bei der frühzeitigen Analyse der Patentlandschaft, um sicherzustellen, dass wissenschaftliche Durchbrüche auch rechtssicher wirtschaftlich verwertet werden können.
  • Vermeidung von Interessenkonflikten bei Gründungen: Wir regeln die Trennung zwischen der Rolle als Wissenschaftler*in im Zentrum und der Rolle als Gründer*in oder Gesellschafter*in eines Spin-offs durch klare Vereinbarungen (Conflict of Interest Management), um die Objektivität der Forschung zu wahren.

Anforderungen globaler Stiftungen und NGOs

acib erkennt die spezifischen Ethik-Vorgaben großer internationaler Stiftungen (z. B. Bill & Melinda Gates Foundation, Wellcome Trust) an und integriert diese aktiv in seine Forschungsstrategie:
  • Global Access & Equitable Sharing: Wir bekennen uns zu den Prinzipien des Global Access, um sicherzustellen, dass aus Stiftungsförderung hervorgehende Innovationen auch in ressourcenarmen Regionen zu fairen Bedingungen zugänglich und bezahlbar bleiben. Dies schließt die Bereitschaft ein, Forschungsergebnisse so zu verwalten, dass humanitäre Ziele nicht durch restriktive Kommerzialisierungsstrategien behindert werden.
  • Radical Open Access & Open Science: Auf Wunsch unserer Partner setzen wir konsequent auf „Open Science“. Wir garantieren die sofortige, uneingeschränkte Veröffentlichung von Forschungsdaten und Publikationen (Gold Open Access), um den globalen Wissensaustausch ohne finanzielle Barrieren zu ermöglichen und den Fortschritt in kritischen Bereichen der Biotechnologie zu beschleunigen.
  • Equitable Licensing & Fair IP-Marketing: Bei der Vermarktung von geistigem Eigentum aus Stiftungsprojekten verfolgen wir sozialverträgliche Lizenzierungsmodelle. Wir integrieren Klauseln, die den gleichen Zugang für bedürftige Bevölkerungsgruppen sicherstellen und lehnen IP-Strategien ab, wenn diese den sozialen Wirkungszielen der Förderung widersprechen.
  • Ethics by Design: Wir integrieren ethische Überlegungen bereits in die Phase des Forschungsdesigns, um den sozialen Impact und die ökologische Nachhaltigkeit unserer Lösungen zu maximieren. Darüber hinaus bieten wir für EU- und andere Verbundprojekte gemeinsam mit unseren Partnern dedizierte Arbeitspakete (Workpackages) für Ethikfragen an, um eine professionelle Begleitung und Konformität über die gesamte Projektlaufzeit sicherzustellen.

Corporate ESG & Sustainability Integration

In der Kooperation mit globalen Konzernen und im Rahmen internationaler Verbundprojekte (z. B. EU-Projekte) unterstützt acib die Umsetzung von ESG-Standards (Environmental, Social, Governance) aktiv durch fachliche Expertise:
  • Ökologische Verantwortung & LCA: Wir bieten im Rahmen unserer Projekte umfassende Analysen wie Life Cycle Assessments (LCA) und ökologische Fußabdruck-Bewertungen an. Damit ermöglichen wir unseren Partnern eine fundierte Dokumentation der Nachhaltigkeit biotechnologischer Verfahren und unterstützen die Erfüllung regulatorischer sowie konzerneigener Nachhaltigkeitsziele direkt im Forschungsprozess.
  • Transparenz in der Lieferkette: acib erkennt die Relevanz der ethischen Herkunft von Laborbedarf und biologischen Materialien an. Wir unterstützen die Compliance-Anforderungen unserer Partner hinsichtlich des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes durch einen offenen Austausch und die Integration entsprechender Sorgfaltsprüfungen in die Projektplanung bei Bedarf.
Wissenschaftliche Integrität ist kein bürokratischer Akt, sondern eine tägliche Praxis der Selbstkontrolle und des Respekts gegenüber der Wahrheit. Wir forschen mit Leidenschaft – aber immer auf dem Fundament der Redlichkeit.