Geschichte
Die industrielle Biotechnologie hat in Österreich eine lange Tradition, besonders an den Standorten Wien und Graz. Bereits in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts etablierten sich an der Technischen Universität Graz, an der Universität Graz und an der Universität für Bodenkultur in Wien Kristallisationspunkte für die industrielle Biotechforschung, aus der in Graz das Forschungszentrum für Angewandte Biokatalyse (Angewandte Biokatalyse-Kompetenzzentrum GmbH (A-B)) und das Austrian Center of Biopharmaceutical Technology (ACBT) in Wien hervorgingen.
Sowohl A-B wie ACBT können auf eine sehr erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre zurückblicken. Die wissenschaftliche Orientierung führte zu knapp 500 wissenschaftlichen Publikationen, die Anwendungsorientierung zu etwa 20 Patenten bzw. Patentanmeldungen. ACBT entwickelte erfolgreich neue Technologien für die effizientere Produktion von rekombinanten Pharma-Proteinen mit bakteriellen und mit Säugerzellen als Expressionssysteme. 5 industrielle biokatalytische Prozesse, die von A-B entwickelt wurden, sind inzwischen von den industriellen Partnern implementiert worden - bis zum multi-Tonnen Maßstab.
Herausragende Beispiele für die Entwicklung beider Zentren sind zum einen die Autoprotease-Fusionsprotein-Technologie zur Expression neuer und qualitativ hochwertiger biopharmazeutischer Wirkstoffe in E. coli, sowie enantiomerenreine Intermediate für ACE-Hemmer und ein Thrombozyten-Aggregationshemmer, der unter der Liste der Top-ten Pharmazeutika zu finden ist. Auch mit zahlreichen Wissenschaftspreisen wurden die Arbeiten ausgezeichnet, beispielsweise die Gruppe um Prof. Glieder mit dem renommierten und mit €100.000 dotierten Dr. Wolfgang Houska Preis der B&C Privatstiftung.
2008 beschlossen die beiden erfolgreichen Forschungszentren sich zu einem österreichweiten Zentrum zusammenzuschließen und im Rahmen des österreichischen COMET-Programms einen Antrag für ein K2-Zentrum „Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB)“ zu stellen. Nach positiver Evaluierung des Vorantrags wurde das Konsortium aufgefordert, einen Hauptantrag zu stellen und im September 2009 wurde ACIB von einer internationalen Jury zur Förderung vorgeschlagen. Das neue Zentrum startete seine Aktivitäten mit 1.1.2010. Seit Mai 2010 firmiert es unter ACIB GmbH.